Leopold Hurt zählt zu den vielseitigsten und eigenständigsten Vertretern der Zither im heutigen Konzertleben. Seine Arbeit kombiniert historische Aufführungspraxis und zeitgenössische Musik in überzeugenden Konzepten. Dabei versteht er die Zither nicht als Relikt vergangener Zeiten, sondern als ein Instrument von außergewöhnlicher Ausdruckskraft und erstaunlicher stilistischer Offenheit.
Ausgehend von der reichen europäischen Tradition der Musik für Saiteninstrumente eröffnet Hurt der Zither neue musikalische Räume. So begegnen sich in seinen Programmen Werke der Renaissance und des Barock, historische Bearbeitungen, zeitgenössische Kompositionen und innovative Klangwelten. Als Interpret verbindet er historische Kenntnis mit der Neugier eines Musikers, der stets nach neuen Perspektiven auf das Repertoire sucht.
Diese Offenheit prägt auch seine Arbeit in der aktuellsten Gegenwartsmusik. Als Gründungsmitglied des Decoder Ensembles Hamburg hat Leopold Hurt weit über hundert Werke uraufgeführt. Zahlreiche Solowerke sind eigens für ihn oder auf seine Initiative hin entstanden. Komponistinnen und Komponisten schätzen die außergewöhnlichen Möglichkeiten seines Instruments ebenso wie seine Fähigkeit, neue musikalische Ideen mit technischer Präzision und klanglicher Fantasie zu realisieren. Er gilt als gefragter Ansprechpartner, wenn es um zeitgemäße Spieltechniken und neue Ausdrucksformen auf der Zither geht.
Als Solist konzertierte Hurt unter anderem mit dem Sinfonieorchester des RBB, dem Orchestra di Roma und den Hamburger Philharmonikern. Konzertreisen führten ihn im Auftrag des Goethe-Instituts nach China, Irland und in den Libanon. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied des international besetzten Trio Greifer.
Neben der Zither wurde Leopold Hurt an der Hochschule für Musik und Theater München auch in historischer Aufführungspraxis, Viola da Gamba und Violone ausgebildet. Die intensive Beschäftigung mit Saiteninstrumenten vergangener Epochen prägt sein Musizieren bis heute und verleiht seinen Interpretationen eine seltene Verbindung von stilistischer Kenntnis und klanglicher Eigenständigkeit.
Die Zitherinstrumente, auf denen Leopold Hurt spielt, entstehen in der Werkstatt des Cembalobauers Klemens Kleitsch. Ihr transparenter und zugleich tragfähiger Klang wurde in enger Zusammenarbeit mit Georg Glasl entwickelt und bildet die Grundlage für eine Konzerttätigkeit, die die Zither als modernes Soloinstrument erfahrbar macht.
Gemeinsam mit Georg Glasl und Oliver Hurt leitet er zudem den Verlag Edition Zither, dessen Publikationen maßgeblich zur Erweiterung und Sichtbarkeit des Repertoires beitragen.